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Dudelsack-Bastelanleitung

Wie ein solcher Dudelsack genau aussieht und wie er sich anhört, konnte man in meiner „Sachgeschichte“ aus der
"Sendung mit der Maus" (von 1989) sehen und hören (und auf der CD-ROM „Maus 2“ von 2001, im Handel noch erhältlich). Und inzwischen auch im Internet parat beim WDR oder hier im KiKa.

Hier hört Ihr auch, wie so etwas klingt: unter „Dudelsack“. Und außerdem gibt es ja die Zeichnung eines "Prototyps":

dudel
Erstmal braucht Ihr natrlich Zubehör:
1. Die Tte (Der "Sack")
eine stabile, vom Material her etwas dickere Plastik-Einkaufstte. Je mehr Flöten drangebaut werden sollen, desto größer muss die Tte sein! Am besten ist eine längliche Tte (s. die Zeichnungen), weil der "Sack" aufgeblasen unter den linken Arm ragen muss, damit Ihr einen gleichmäßigen Luftdruck bekommt. Damit es auch mal schiefgehen kann: Gleich einige Ersatz-Tten besorgen!
2. Das Klebeband
zwei bis drei kleine Rollen gutklebendes Marken-Textil-Klebeband ("Gewebeband"), ca. 2 cm breit. Ihr braucht eine Menge davon, besonders wenn's nicht gleich klappt.Ihr könnt auch andere Klebe-Verbindungen ausprobieren (Kunststoff auf Kunststoff); Klebeband hat den Vorteil, dass Ihr leichter korrigieren könnt.
3. Das Blasröhrchen
ca. 10 bis 15 cm lang, innen etwa 1 cm Durchmesser, damit der "Sack" gut aufgeblasen werden kann: Ich nehme am liebsten Bambus, damit ich nicht irgendeinen Kunststoff im Mund habe. Und Metall rostet leicht.
4. Die Flöten
Am preisgnstigsten sind Plastik-Blockflöten. Ausrangierte Holz-Blockflöten tun's zur Not aber auch. Grundform: zwei Sopran-Flöten (C-Flöten) - eine als "Spielflöte", eine fr einen Dauerton. Später dazu: eine Alt-Flöte (F-Flöte) und dann evt. noch eine Tenor-Flöte (tiefe C- Flöte) fr weitere Dauertöne. Solche Flöten kosten aber leider schon ganz schön viel Geld!
5. Das Haltestäbchen
etwa 1 cm Durchmesser, ca. 25 cm lang (zB Bambus): Damit verbindet Ihr zwei oder drei Dauertön-Flöten untereinander, um sie einigermaßen fest auf die Schulter legen zu können.
6. Eine Schere
zum Schneiden natrlich!

Tja, und jetzt kommt die eigentliche Bastel-Anleitung:
Dazu legen wir die Tte auf einen Tisch: "Oben" ist da, wo die Tte offen ist. Da wird auch später hineingeblasen.
Schritt 1:
In die obere linke Ecke der Tte klebt Ihr das Blas-Röhrchen ein: zwei bis drei Zentimeter davon sind innen in der Tte, der Rest ragt oben heraus. 10 cm lange Klebe-Streifen klebt Ihr um die Nahtstelle zwischen Röhrchen und die dort herumgeraffte Tte, bis diese Stelle ganz dicht ist.
Schritt 2:
Ihr schneidet mit der Schere ganz vorsichtig seitlich ein Loch in die Tte, so dass das Mundstck der Spielflöte soeben hindurchpasst.
Schritt 3:
Die Spielflöte befestigt Ihr an der Tte ähnlich wie das Blas-Röhrchen, und zwar so, dass sich nur das Mundstck innerhalb der Tte befindet, der Rest aber draußen. Ihr msst darauf achten, dass der Luftspalt im oberen Teil der Flöte ganz frei liegt und dass der Blas-Schlitz (durch den man sonst in die Flöte bläst) in der Tte nicht zugedeckt oder verstopft wird.
Schritt 4:
Jetzt muss noch eine Ecke von der Tte "verschwinden", weil sie sonst später beim Spielen auf der Spielflöte stört: die große Ecke nämlich, die etwa 5 cm unterhalb des Lochs fr die Spielflöte beginnt. Am einfachsten ist, ihr knickt die Ecke um und befestigt das, was Ihr umgeknickt habt, mit etlichen langen Streifen Klebeband an der Rckseite der Tte. Das Dreieck, was dann verschwunden ist, sollte unten etwa 10 cm breit sein. Ihr könnt diese Ecke aber auch abschneiden und dann per Klebeband abdichten: ca. 5 cm lange Streifen Klebe-Band vorbereiten und die dann nebeneinander (etwas berlappend) ber den Schlitz kleben - jeweils 2,5 cm auf der einen Seite und 2,5 cm auf der anderen Seite. Wichtig: Die "verschwundene" Ecke darf nicht so groß sein, dass nicht mehr genug Luft in die Spielflöte kommt oder der "Sack" zu klein wird! Wenn Ihr die Ecke nur umknickt, könnt Ihr das zur Not noch mal korrigieren.
Schritt 5:
Neben das Blasröhrchen kommt dann die erste Flöte fr einen Dauerton. Sie wird genauso befestigt wie die Spielflöte, und zwar 5-7 cm neben dem Blasröhrchen. Falls Ihr eine zweite oder sogar eine dritte Dauerton-Flöte anbringen wollt, dann jeweils 5-7 cm neben der vorhergehenden. Es ist sinnvoll, die größte, schwerste der Dauerton-Flöten direkt neben das Blasröhrchen zu setzen und die leichteren daneben. So liegt das schwerste Gewicht beim Spielen sowohl am Hals als auch auf der linken Schulter.
Schritt 6:
Die Dauerton-Flöten werden jetzt untereinander - an ihren Enden - mittels Stäbchen und Klebeband verbunden, damit sie beim Auflegen auf der Schulter nicht einzeln auseinanderrutschen.
Schritt 7:
Alle Stellen abkleben, die jetzt noch an der Tte offen sind: vor allem die Stellen um die Dauerton-Flöten herum. Methode: mit den 5-cm-Streifen wie bei Schritt 3.

Und weiter geht's mit dem
Stimmen der Flöten:
Damit die Dauerton-Flöten mit der Spielflöte gut zusammenklingen - wie ein "Dudelsack" - msst Ihr bei Ihnen ganz bestimmte Löcher zukleben. Sie spielen dann eben nur einen ganz bestimmten Ton: Die Sopran-Flöte spielt "F": Alle Löcher (auch das hintere!) zukleben - nur die drei unteren nicht! Die Alt-Flöte spielt "C": Alle Löcher zukleben außer den vier unteren! Die Tenor-Flöte spielt wieder "F": Alle Löcher zukleben bis auf die drei unteren! Ihr könnt auch noch etwas verändern, wenn die Flöten schon an die Tte drangebaut sind. Und vielleicht probiert Ihr mal aus, ob andere Töne auch gut usammenpassen.

Schritt 8:
Jetzt kommt der große Moment: Aufblasen und Spielen!
Dudelsack-Spielen!
Der Mund bläst - auch beim Spielen - immer wieder soviel Luft in den "Sack", dass der Druck einigermaßen gleichmäßig bleibt. Der "Sack" liegt unter dem linken Arm in der Achsel; der linke Arm steuert durch leichten Druck, wie stark die Luft in die Flöten strömt. Die linke Hand greift zum Spielen vorne ber den "Sack". Die rechte und die linke Hand spielen die Spielflöte wie beim Blockflöte-Spielen.
Schritt 9:
Eventuell funktioniert nicht alles ganz richtig, und Ihr msst jetzt noch korrigieren:
• weil eine der Flöten nicht richtig "Luft" bekommt aus dem "Sack";
• weil der "Sack" noch nicht richtig dicht ist und zu schnell Luft verliert;
• weil die Spielflöte mit der linken Hand nicht richtig zu erreichen ist;
• weil die Flöten f
r die Dauertöne nicht richtig auf der Schulter liegen.
Und noch etwas: So ein Plastikt
ten-Dudelsack aus Blockflöten ist zwar nicht ganz so schrill wie ein richtiger schottischer Dudelsack - aber trotzdem ist er sehr, sehr laut! Also: Nehmt ein bisschen Rcksicht auf die, die gerade keine Lust auf Dudelsack- Gedudel haben; Ihr könnt ja auch im Keller oder draußen Musik machen!
Viel Erfolg und Spaß w
nscht Euch der Plastiktten-Dudelsack-Erfinder Rolf Breuer